Oktober — ein Monat des Dankes

Der Monat Oktober beginnt für uns mit dem Ern­te­dank­fest. Wir danken Gott für die Schöpfung, für die Ernte und für alles, was uns im ver­gan­ge­nen Jahr geschenkt wurde.

Dank­bar­keit – das klingt so einfach. Und doch vergessen wir sie im Alltag oft. Wir planen viel für die Zukunft und beschäf­ti­gen uns mit unseren neuen Plänen und Aufgaben. Dabei vergessen wir manchmal, inne­zu­hal­ten, zurück­zu­bli­cken und Gott für das zu danken, was hinter uns liegt.

Die Kirche schenkt uns durch Feste wie Erntedank die Gele­gen­heit, ganz bewusst Danke zu sagen.

Es fällt uns leicht, Gott zu danken, wenn wir seine Hilfe unmit­tel­bar erfahren. Ein Mensch, der schwer krank war und wieder gesund wird, kann von Herzen für seine Heilung danken. Aber wie oft danken wir Gott dafür, dass wir gesund geblieben sind? Wie oft danken wir ihm dafür, dass er uns jeden Tag bewahrt und begleitet?

Wir dürfen Gott auch für die kleinen Dinge unseres Lebens danken. Viel­leicht können kleine Stoß­ge­be­te zu einer schönen Gewohn­heit werden.

Wenn ich morgens aufstehe, kann ich sagen: „Danke, Gott, dass du mir diesen neuen Tag geschenkt hast.“ Viele Menschen sind in der ver­gan­ge­nen Nacht gestorben. Mir aber hat Gott noch einen weiteren Tag zum Leben geschenkt.

Und am Abend können wir zurück­bli­cken und für alles danken, was wir an diesem Tag erlebt haben – für die Begeg­nun­gen, für die Freude, für die kleinen schönen Momente und auch für die Erfah­run­gen, die uns schwer­ge­fal­len sind.

Auch in Krankheit und Leid dürfen wir Gott danken – nicht unbedingt für das Leid selbst, sondern dafür, dass er uns darin begleitet und uns Kraft gibt, diese Zeit durch­zu­ste­hen. Der Apostel Paulus schreibt: „Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes für euch in Christus Jesus.“ (1 Thess 5,18)

Viel­leicht nehmen wir diesen Oktober zum Anlass, unsere Dank­bar­keit neu zu entdecken. Nicht nur einmal beim Ern­te­dank­fest, sondern jeden Tag.

Ich per­sön­lich möchte Gott für das ver­gan­ge­ne Jahr danken. Ich durfte dieses Jahr hier als Pfarrer wirken und habe dabei viel Schönes erfahren. Dafür bin ich Gott von Herzen dankbar. Und ich danke auch Ihnen allen für Ihr Vertrauen, Ihre Beglei­tung, Ihre Gebete und für die vielen Begeg­nun­gen.

Möge Gott uns auch in Zukunft begleiten und uns ein dankbares Herz schenken, damit wir trotz aller Her­aus­for­de­run­gen die Freude am Leben nicht verlieren. Gott segne Sie alle und schenke Ihnen einen Oktober voller Dank­bar­keit, Freude und Frieden.

Ihr Pater Vinson, Pfarrer