Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
Schau an der schönen Gärten Zier,
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.
„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ – dieses Lied lernte ich die letzten Jahre auf sommerlichen Tagen mit ReligionslehrerInnen neu kennen. Es lädt uns ein, in diesen Wochen mit offenen Augen unterwegs zu sein und zu staunen: über Blumen, Bäume, Licht und Leben.
Paul Gerhardt, einer der bedeutendsten Verfasser von Kirchenliedern im deutschsprachigen Raum, dessen 350. Todestag sich heuer jährte, hat es im 17. Jahrhundert gedichtet. Sein Leben war alles andere als leicht: dreißigjähriger Krieg, Verlust, Krankheit Trauer über Frau und Kinder… Und doch hält er an Gott fest.
Gerade deshalb ist dieses Lied so stark. Gerhardt schaut nicht weg vom Leid. Er bittet Gott um Trost – und entdeckt die Spuren seiner Liebe in der Schöpfung. Die Natur wird für ihn ein Bild des Himmels: Gott macht weit, was eng ist, und schenkt Hoffnung.
Ähnlich erfuhr es auch vor über 800 Jahren der Heilige Franziskus in seinem “Cantico delle Creature”, dem sog. Sonnengesang. Darin preist er Gott durch “Bruder Sonne”, “Schwester Mond”, Wind, Feuer, Wasser und fühlt sich dabei mit der gesamten Schöpfung Gottes und somit mit seinem “Geliebten” verbunden.
Gott öffne in diesen sommerlichen Wochen Ihr/Dein Herz, schenke Erholung und daraus neue Kraft. Er lasse sich auf vielfältige Weise (neu) erfahren und segne Ihre/Deine Wege mit Dankbarkeit und neuer Hoffnung.
Manfred Höchenberger, Gemeindereferent
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In nächster Zeit lesen Sie hier am Anfang eines jeden Monats einen geistlichen Impuls, im Wechsel verfasst von GR Manfred Höchenberger, Pastoralratsvorsitzenden Kathrin Mittl und Pfarrer Vinson Nirappel.

